Fotografie Natur

Im Nebel mit Möwen – Nass und Kalt

Depressiver Spaziergang mit Möwen

Im Nebel mit Möwen… Draußen ist es neblig und kalt. Ich frage mich, was mich heute eigentlich raus zieht. Aber wie so oft, habe ich auch heute wieder keine Ahnung und ziehe mir schnell die Schuhe an. Es sind meine Lieblingsschuhe. Schwarzweiße halbhohe Vans. Ich trage sie immer. Ja richtig – ich trage sie immer und zu jedem Anlass. IMMER und ÜBERALL. Jedenfalls immer dann, wenn ich die Wohnung verlassen muss. Warum das so ist, weiß ich irgendwie selber nicht so genau. Doch ich glaube fest daran, dass ich meine Schuhe total lieb habe… Natürlich stimmt das so nicht wirklich. In Wahrheit ist es so, dass ich ein Problem habe und mich schlecht auf Neues einlassen kann.

Ich schnüre also die Schleifen meiner Schuhe zusammen und denke, die sind ja auch schon wieder ziemlich durch. Wenn meine Schuhe langsam aber sicher in die Jahre kommen sind, bestelle ich mir dasselbe Model direkt nochmal. Im Internet natürlich. Das ist praktisch. Dann muss ich das Haus nicht verlassen. Unvorstellbar die Vorstellung, mich durch die randvoll gestopfte Innenstadt von Köln schieben zu lassen. Selbst für meine Lieblingstreter würde ich sowas nicht tun.

Und trotzdem liebe ich sie sehr. Ich kann mich auch gar nicht mehr daran erinnern, jemals ein anderes Paar Schuhe getragen zu haben. Sie geben mir halt und ich fühle mich sicher. Voll bekloppt, aber so ist es.

Im Nebel mit Möwen

Draußen ist es immer noch eisig kalt und Nebel liegt über der Straße. Ich gehe Richtung Rhein. Der Rhein ist nicht weit von meiner Wohnung entfernt, das schaffe ich auf jeden Fall. In knapp fünf Minuten bin ich schon da. Auf dem Weg überlege ich mir zwei – drei -vier Mal wieder umzudrehen und mich zurück ins warme Bett zu legen. Nein, ich sehe schon die Möwen. Sie warten doch auf mich.

Dann bin ich endlich angekommen und sehe wie sich die Möwen, in der Kälte und auf dem Ufergeländer, sitzend putzen. Sie warten. Sie warten auf jemanden der ihnen etwas Futter bringt. Das könnte doch ich sein, denke ich mir, als ich ein großes Transport-Binnen-Schiff sehe, dass durch den Nebel den Rhein aufwärts schippert. Im ersten Moment sieht es etwas gruselig aus. Die Möwen scheint das aber nicht zu interessieren oder gar zu fürchten. Sie fliegen los in Richtung Transportschiff.

Der Rhein im Nebel

Da angekommen, kreisen sie ein paar Mal über den Frachter und fliegen anschließend zur Gischt der Heckmotoren. Dort lassen sich auf dem Wasser nieder. Es sieht für mich so aus, als ob es ihnen dort gut geht und sie etwas zu Futter bekommen.

Als das Schiff wieder weiter gezogen ist, kehren die Möwen nach und nach wieder zurück zu ihrem Geländer. Dabei sehen sie immer noch sehr zufrieden aus. Sie putzen sich erneut und scheinen sich dabei zu unterhalten. Sie sitzen gemütlich beisammen und warten am Rheinufer auf jemanden (oder den nächsten Binnentransporter), der ihnen Futter mit bringt.

Ich schaue mir die gemütlichen Vögel noch eine Weile an und genieße ihre beruhigende Wirkung auf mich, bevor ich meine Runde fortsetze. Dabei nehme ich mir ganz fest vor, dass ich beim nächsten Mal wieder eine Tüte mit Futter für die Möwen mitbringen werde.

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