Fotografie Motivation Natur

Ein Wochenende im Harz – Mit Nebel, Schnee und einer Geburtstagsfeier

Ein Wochenende im Harz

Am Wochenende bin ich zusammen mit meiner Freundin im Harz gewesen. Ihre Eltern leben im Harz und ihre Mutter hat in kleiner Runde Geburtstag gefeiert. Ich bin sehr gerne bei meinen Schwiegereltern in Spe. Sie leben in einem kleinen Dorf im Osten der Republik und die Uhren ticken dort, auf einer sehr angenehmen Art und Weise, deutlich langsamer als zum Beispiel hier in Köln. Nicht dass ich es in Köln nicht schön finde, im Gegenteil, ich liebe Köln sogar sehr. Doch für mich bedeutet es, „im Harz zu sein“, gleich eine Zeit mit lieben Menschen zu verbringen und Zeit für Entschleunigung zu haben. Es ist für mich sowas wie eine Auszeit und eine echte Ablenkung von meinen ganzen Sorgen und Ängsten.

Natürlich liegt das in erster Linie daran, dass mich meine Schwiegereltern schon immer sehr herzlich, warm und liebevoll in die Familie aufgenommen haben. Sie hören mir zu und sehen mich so wie ich bin. Mit meiner Depression, der Angst, den Panikattacken, meiner Verzweiflung und meiner Hilflosigkeit. Von ihnen werde ich ernst genommen und gesehen, wie ich wirklich bin. Ganz anders als es bei meinen eigenen Eltern der Fall ist. Von meinen Eltern kenne ich Fürsorge, Verständnis, Interesse oder Hilfestellungen gar nicht. Auch Ruhe oder Entspannung gibt es bei ihnen nicht. Gab es noch nie. Sie sind schon früher als selbstständig Tätige immer krass in Aktion gewesen. Zeit für die Familie gab es nicht. Wird es leider auch nicht geben. Und auch seit dem meine Eltern Rentner sind, suche ich vergeblich nach Anerkennung und Nähe.

Doch wieder zurück zum Wochenende im Harz. Freitag früh sind wir mit einem Mietwagen losgefahren und erstaunlich gut durchgekommen. Nach knapp viereinhalb Stunden sind wir angekommen und wurden zur Begrüßung direkt mit Kaffee und Kuchen verwöhnt. Meine Schwiegermutter kann sehr gut Backen und macht irgendwie auch den allerbesten Kaffee, den ich kenne. Das war schon mal ein toller Start in das gemeinsame Wochenende. Vor kurzer Zeit haben sie einen kleinen Hund aus dem Tierheim aufgenommen. Auf Anhieb habe ich mich supergut mit der kleinen französischen Bulldogge verstanden. Abends haben wir noch sehr lecker zusammen gekocht und gegessen. Und mein neuer kleiner vierbeiniger Freund, lag dabei zu meinen Füssen und hat sie mir gewärmt. Das war einfach toll. So ging der erste Tag dann auch schnell rum und wir sind alle früh ins Bett gegangen.

Am Samstag war es dann auch soweit und meine Schwiegermutter hatte Geburtstag. Nach der frühen morgendlichen Bescherung, haben wir uns alle am Frühstückstisch getroffen und zusammen ausgiebig gefrühstückt. Nachmittags sind wir in ein sehr süßes und liebevoll eingerichtetes Café in den Nachbarort gefahren. Dort gab es unter anderem, so tolle Highlights wie selbstgemachtes Monheim mit Balsamicoessig und Apfelmus oder selbstgemachte Windbeutel mit Vanilleeis und heißen Kirschen. Ein Traum! Nach einem anschließenden längeren Spaziergang im Ort, ging es wieder zurück und ich musste mich erst einmal etwas ausruhen und hab mich für ein paar Stunden ins Gästezimmer zurückgezogen. Abends ging es nämlich schon wieder weiter und ab zum Griechen. Dort floss der Ouzo und der Gyros kam frisch und knackig vom Grill. Lecker! Wieder zuhause sind wir dann allesamt recht schnell, platt und müde ins Bett gefallen.

Am Sonntag wurde etwas länger geschlafen. Nach und nach ist jeder wieder auf der Bildfläche erschienen und wir haben den ganzen Tag zuhause und in Wohlfühlklamotten rumgelümmelt. Ich hab dann die Möglichkeit genutzt und viel Zeit mit „Willy“, der tollen französischen Bulldogge, verbracht und mit dem kleinen Racker gespielt. Das war eine tolle Erfahrung. Der kleine Hund tat mir einfach richtig gut. Er hat mich an dem Wochenende immer wieder vom Nachdenken abgehalten und mich zum Lachen gebracht.

Mit dem Montag ist dann leider auch schon der Tag unserer Abreise gekommen. Wir sind früh aufgestanden und haben uns nach einem gemeinsamen Frühstück, und einer sehr emotionalen Verabschiedung, wieder Richtung Köln aufgemacht. Die Rückfahrt ist zum Glück ebenfalls ohne große Komplikationen in Form von Stau etc. verlaufen. Doch auf der Rückfahrt habe ich wieder gemerkt, wie ich mich in schlechten Gedanken verloren habe. Je näher wir Köln gekommen sind, je mehr ging meine Gedankenmaschinerie los. Das tolle Wochenende mit Schnee, Nebel, gefrorenen Raureif und die Wärme der lieben Familie, trat langsam immer weiter in den Hintergrund und glitt hinter einen dunklen Schleier.

Eines ist mir an diesem schönen Wochenende, bei den lieben Schwiegereltern in Spe, klar geworden: Ich wollte schon immer einen eigenen Hund haben, habe es aber nie wirklich geschafft mich richtig dafür zu ermutigen, oder die Verantwortung für einen Hund zu übernehmen, jetzt bin ich mir aber wieder ganz sicher – Ich werde eines Tages einen eigenen Hund haben. Das ist sozusagen meine Quintessenz vom einem schönen Wochenende im Harz.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.